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SELF-EMPLOYMENT - Forschungsprojekt

Report Österreich - Ein-Personen-Unternehmen - verfügbar

Abstract - EPU in Ö

Abstract zum State of the Art über Ein-Personen-Unternehmen in Österreich

Während über die Hälfte der Selbständigen in Österreich ohne Angestellte arbeitet und somit als Ein-Personen-Unternehmen, ist die arbeitsmarktpolitische Motivation, die sich in den entsprechenden Fördermaßnahmen abzeichnet, stark an der erhofften Steigerung der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung vor allem durch die Schaffung von Arbeitsplätzen durch UnternehmensgründerInnen geprägt.

Wie stark beispielsweise Unternehmensgründungen die wirtschaftliche Landschaft Österreichs beeinflussen, zeigen zwei Zahlen: Einerseits rund 250.000 in Österreich tätige Unternehmen, andererseits über 200.000 Gründungen in den Jahren 1993 bis 2003.

Einer Fokussierung auf die Situation von Ein-Personen-Unternehmen in Österreich liegt das Problem fehlender Datenerfassung im Bereich der Mikrobetriebe zugrunde (grundsätzlich wird im kleinsten Segment nur zwischen 0 – 9 MitarbeiterInnen unterschieden). In diesem Zusammenhang steht auch die fehlende eindeutige Definition von Selbständigkeit im österreichischen Gesetz, was Ein-Personen-Unternehmen in einen begrifflich oft schwer abgrenzbaren Kontext von GründerInnen, UnternehmerInnen, (Neuen) Selbständigen und atypischen Arbeitsverhältnissen bringt.

Förderprogramme, die in Österreich die Weiterbildung und Qualifizierung von Angestellten unterstützen, beziehen sich bislang nicht auf die/den UnternehmerIn selbst, was im Fall von Ein-Personen-Unternehmen zu einem grundlegenden Problem führt. Zur Verbesserung dieser Situation sollten Förderprogramme für Ein-Personen-Unternehmen verstärkt so aufgebaut sein, dass einerseits das inhaltliche Verständnis der Thematik, andererseits auch die zeitliche Bewältigung des Lern- und Umsetzungsaufwands erleichtert wird. Schließlich stehen den Ein-Personen-Unternehmen kein weiteres Personal oder betriebliche Abteilungen für die anstehenden Aufgaben zur Verfügung. Die gezielte Gegenüberstellung der Unterschiede von Ein-Personen-Unternehmen und Unternehmen mit Angestellten kann durch die Erkenntnisse aus Forschung und Beratungspraxis grundlegend zu einer bewussten Abgrenzung der Rahmenbedingungen und Bedürfnisse führen und Ein-Personen-Unternehmen als wirtschaftliches und gesellschaftspolitisches Phänomen greifbar machen.

Damit sich Selbständigkeit in Österreich zu einer sozial und gesellschaftlich attraktiven Beschäftigungsform etabliert und dadurch einen wesentlichen Beitrag für die wirtschaftliche Innovation und Wertschöpfung leistet, sollte eine Wechselwirkung aus verstärktem Lobbying und spezifischen Unterstützungsleistungen für Ein-Personen-Unternehmen unmittelbar auf der Erforschung der heterogenen Bedürfnisse von Betroffen basieren. Bei der häufig vorgebrachten Kritik und „Schattenseite“, dass Ein-Personen-Unternehmen keine zusätzlichen Arbeitsplätze schaffen, sollte auch in Betracht gezogen werden, dass Ein-Personen-Unternehmen für sich selbst bereits einen Arbeitsplatz geschaffen haben.

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