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Wissen - EPU in Österreich und EU

Mitterlehner sieht Kreativwirtschaft als Wachstumstreiber

Als "jenen Faktor, mit dem wir in Zukunft erfolgreich sein können", bezeichnete Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Kreativwirtschaft: "Die Creative Industries sind ein wirtschaftliches Schwergewicht, deren Bedeutung weiter zunehmen wird", so Mitterlehner anlässlich der Auftaktveranstaltung von "cerative industries on stage". In einem unablässigen Prozess, für den nun ein neuer Startschuss gefallen sei, gelte es, "Kreativwirtschaft als Wachstumstreiber zu vermitteln und sehen sowie Österreich zum kreativen Europameister zu machen." Die in der WKÖ organisatorisch dort angesiedelte Arbeitsgemeinschaft creativwirtschaft austria bietet Informationen und Services, der Staat müsse für die passenden Rahmenbedingungen sorgen.

In Österreich zählen rund 29.000 privatwirtschaftliche Unternehmen, darunter viele Ein-Personen-Unternehmen (EPU), mit etwa 102.000 Beschäftigten zur Kreativwirtschaft. Die Bruttowertschöpfung betrug 2006 rund 7,5 Milliarden Euro, was rund 3 Prozent des BIP entspricht. Wie aus dem Zweiten österreichischen Kreativwirtschaftsbericht der Arge creativ wirtschaft austria zu entnehmen, sind rund 10 Prozent aller Unternehmen und 4 Prozent aller unselbständig Beschäftigten Österreichs der Kreativwirtschaft zuzurechnen. "Damit arbeiten in Österreichs Kreativwirtschaft mehr Menschen als in der Automobilindustrie in unserem Land", führte Gertraud Leimüller, Vorsitzende der Arge creativwirtschaft austria, aus.

Als Forderungen zur Unterstützung der Kreativwirtschaft in Österreich formulierte Mitterlehner:
* die Weiterführung der mit dem ImpusProgramm Kreativwirtschaft
einzigen nationalen Förderschiene für die Creative Industries
* Verbesserung der Möglichkeiten in Sachen Firmengründungen
* die Vermittlung von Kenntnissen in Sachen
Unternehmertum/Entrepreneurship in Schulen und an Universitäten:
"Denn kreative Ideen und Ansätze zu haben, ist nicht genug. Neues
verlangt auch nach Menschen mit Umsetzungskompetenz,
Selbstorganisation und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, um zu
werden und zu wachsen, also nach kreativen Unternehmern."
* Einführung eines Freibetrages für Kreativleistungen
Weiters plädiert die Arge creativ wirtschaft austria für die
Einbindung der Creative Industries in die wirtschafts- und
technologiepolitischen Programme und Zielsetzungen der Ministerien,
mehr Engagement der öffentlichen Hand bei der Schaffung von
Kreativwirtschaftszentren ("Creative Cluster) sowie Erleichterung bei
Anstellung erster Mitarbeiter durch eine befristete Reduktion der
Lohnnebenkosten.

Tatsache sei, "dass Kreativwirtschaft jedenfalls stattfindet, ob sie von Öffentlichkeit und Politik anerkannt und unterstützt wird oder nicht", deponierte Vorsitzende Leimüller. "Eine starke Kreativwirtschaft ist unerlässlich, damit Österreich als Innovationsland reüssieren kann. In den nächsten Jahren entscheidet sich, wo tatsächlich Kreativzentren von internationalem Rang entstehen. Österreich ist hochgradig gefährdet, den Zug zu verpassen," warnte sie.

Christine Marek, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, hob das Wachstums-, Beschäftigungs- und Innovationspotenzial der Kreativwirtschaft hervor, die es "auf dem Wachtstumspfad" zu untertützen gelte, u.a. auch wegen der Chancen, die der Bereich für Frauen bietet. Als Wermutstropfen im sehr gründungsfreudigen Creative Industries-Bereich nannte sie die geringe Aussattung mit Eigenkapital. Und sie kündigte die Fortführung der Förderung von Kreativwirtschaftsprojekten aus Mitteln des BMWA an; Modus und Finanzierung seien, so Marek, gerade in Ausarbeitung.

WKÖ-Generalsekretär Reinold Mitterlehner begrüßt die Fortführung der Förderung, die nahtlos an das bestehende "Impulsprogramm" anschließen wird. Diese sei unumgänglich, "um im Bereich Kreativwirtschaft mit dem übrigen Europa Schritt halten zu können."

Ziga Turk aus Slowenien, dessen Regierung ab Jänner 2008 die EU-Präsidentschaft übernimmt und der nationaler Lissabon-Koordinator Sloweniens ist, betonte, dass für den künftigen Wohlstand Europas "Kreativität ebenso wichtig ist wie Innovation". Eine stärkere Einbindung u.a. von Kreativität in eine erneuerte Lissabon-Strategie sei unerlässlich, betonte er.

Gabriele Zuna-Kratky, Direktorin des Technischen Museums in Wien und Mitglied im Rat für Forschung und Technologieentwicklung, betonte die Notwendigkeit für Österreich, vom "innovation follower zum innovation leader" zu werden. Kreativität, sprich die Fähigkeit, originelle Einfälle zu haben, sei dabei die eine Sache. "Um jedoch als Innovation zu gelten, bedarf es auch des Marktbezuges; und diese Verbindung kann vor allem die Kreativwirtschaft leisten", so Zuna-Kratky. Unisono mit Leimüller warnte sie abschließend "davor, die Kreativwirtschaft in Österreich als Innovationstreiber zu unterschätzen."

Quelle: 4.12.2007 www.ots.at

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