GründerInnen/JungunternehmerInnen
Im Jahr 2005 wurden 33.600 neue Unternehmen bei den Behörden gemeldet, 31.600 davon hielten sich länger als 6 Monate. Damit ergibt sich eine Steigerung um 6,3 % im gegenüber dem Jahr 2004. Die entsprechende Anzahl an Insolvenzen belief sich 2005 auf 7.000, es ist also ein eindeutiger Überschuss an Gründungen festzustellen, der die zunehmende Bedeutung von selbständiger Unternehmensführung in Österreich unterstreicht.
Der Trend an Gründungen geht immer mehr in Richtung von Einzelunternehmen, die 2005 schon 82 % aller Unternehmensgründungen ausmachten, im Gegensatz zu nur 66,8 % im Jahr 1993. Rückgängig ist die Anzahl an Gründungen in Form einer GmbH von 26,9 % 1993 auf lediglich 10,7 % im Jahr 2004. Weiters ist die Anzahl von Frauen stark im Steigen begriffen, ein Sprung von 26,7 % auf 36 % zwischen 1993 und 2004 belegt dies eindeutig. Die Gründer werden dabei im Durchschnitt immer älter, so liegt die Anzahl derer, die bei der Gründung 40 Jahre oder älter waren, 1993 bei 25,3 %, im Jahr 2004 bereits bei 35 %. Insgesamt geht der Trend der letzten Jahre in Richtung einer Zunahme an Unternehmensgründungen, was sich jedoch auch in einer steigenden Anzahl an Insolvenzen niederschlägt.
Was sagen diese Zahlen aus? Zuerst einmal stellt sich die Frage, inwiefern die steigende Anzahl der Unternehmensgründungen auf andere Faktoren als nur eine erhöhte Risikobereitschaft der österreichischen Bevölkerung zurückzuführen ist. Viele Unternehmensgründungen bedeuten letztlich ein atypisches Beschäftigungsverhältnis, in dem ähnliche Aufgaben übernommen werden wie zuvor in einer festen Anstellung. Ein weiterer Faktor für die steigenden Gründungszahlen ist die in Artikel A02 bereits beschriebene Rechtsform der Neuen Selbständigkeit, die letztlich keine Unternehmensgründung im klassischen Sinn bedeutet, sondern nur einen Wechsel des rechtlichen Bezugrahmens.
Ungewiss ist weiterhin, wie viele dieser neuen Unternehmensgründungen auf Wachstum und damit einhergehend zusätzliche Mitarbeiter abzielen. Nach einer Befragung von FO.FO.S (genauer Link für Studie?) wollen beispielsweise nur 30 % der aktuellen EPU weiter wachsen, genaue Angaben für alle neu gegründeten Unternehmen fehlen noch. In dieser Hinsicht ist anzumerken, dass mit den momentan zahlreich gegebenen Fördermaßnahmen und Gründungsinformationen die Gruppe derjenigen, die nie über ein EPU hinaus wachsen wollen, von den gegenwärtigen Maßnahmen nicht voll angesprochen werden.
Der Tenor der meisten Gründungsseiten im Web läuft auf einen klar strukturierten Business Plan hinaus, der letztendlich ein geregeltes Wachstum ermöglicht. Mit Plan4you bietet die Wirtschaftskammer beispielsweise ein Instrument zur exakten Gestaltung des Business Plans zum Gratisdownload an. Weitere Informationen über rechtliche Hürden, Gefahren bei der Unternehmensgründung und Förderrichtlinien können der Linksammlung entnommen werden.
Quellen und weiterführende Informationen: Gründungsstatistiken in Österreich vom 17.01.2006, kurz notiert Ein Bericht über Trends innerhalb der Gründerdynamik, berechnet aus Statistiken der Statistik Austria vom 29.03.2005: Das Gründerservice der WKO Das Gründercenter der Ersten Bank Ein Portal für Neugründer in Österreich Homepage des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds Förderrichtlinien des AWS (Austria Wirschaftsservice) Eine Seite für KMUinnovation in Österreich und Deutschland Plan4you Programm zur Erstellung eines Businessplans Weitere Artikel zum Thema:
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