Werkstudenten - Die neue studentische Selbstständigkeit
Studiengebühren drängen Studenten, nebenher zu arbeiten und Wie kann man am besten Studium und Beruf unter einen frühen Hut bringen ohne sich zweiteilen zu müssen? Die Rahmenbedingungen für Selbstmanagement und „Selbstvermarktung“ liefern noch keine Antwort für potentielle Werkstudenten, aber Hinweise und stecken die Möglichkeiten ab.
Eine Anstellung als Werkstudent scheint vielen als erstrebenswertes Ziel. Sie Verspricht Sicherheit und Ausbildung zugleich, Kontinuität und Wachstum, Verdienst und Studium. Für welche Studienrichtungen sind welche Stellen verfügbar? Wer wird gesucht? Wie kann man sich „selber an den/die Mann/Frau bringen“ und sich einen wertvollen Ausbildungsplatz sichern, der nicht nur die notwendige Praxis zusätzlich zum Studium verspricht, sondern auch eine mögliche spätere Anstellung? Eine Auslotung der bestehenden Marktverhältnisse kann helfen, sowie Strategien, wie man/frau sich und sein/ihr Know How, also sich selbst als sein eigenes Studienunternehmen mit sich selbst auch als dem/r einzigen MitarbeiterIn bestmöglich fördern und gedeihen lassen kann. Nur wer weiß, was er/sie sucht, kann darauf hinarbeiten bzw. unter dem auswählen, was gesucht wird. Dieser Artikel liefert Anleitungen, Hintergründe und weitere Informationsmöglichkeiten für selbstständige Studierende und solche die es noch werden wollen.
Der Hintergrund: im Rahmen der Sozialerhebung 2002 im Auftrag des Bildungsministeriums wurde u.a. die Erwerbstätigkeit der österreichischen Studierenden ermittelt. Das Ergebnis war ein Anstieg um mindestens 6 % in Fragen der Erwerbstätigkeit im Vergleich mit 1998 auf mehr als zwei Drittel arbeitender StudentInnen (nach Angaben der HochschülerInnenschaft sogar 80 %). Dies weist in die Richtung des derzeitigen Trends: Berufstätigkeit schon während des Studiums. Finanzielle Notwendigkeit ist zwar der am häufigsten genannte Grund, jedoch bei weitem nicht der Einzige. Das Sammeln von Berufspraxis, Interesse und das Bedürfnis, das im Studium Gelernte anzuwenden folgen als zweite Kategorie nach finanziellen Motiven.
Das schlägt sich auch in der Form der Beschäftigung nieder: schon 22,8 % der Studenten arbeiten auf Basis eines Werkvertrags, freiberuflich oder selbstständig, im Vergleich zu 28,3 % Arbeitern, Angestellten und öffentlich Bediensteten bzw. 13,3 % geringfügig Beschäftigten und 23,5 % sonstigen. Besonders hoch ist der Anteil an Selbstständigen/Freiberuflichen an den Kunstuniversitäten mit 31 %, an wissenschaftlichen Universitäten bzw. Fachhochschulen mit 23 % bzw. 27,6 % deutlich niedriger. Der durchschnittliche Anteil seines/ihres Budgets, den ein/e StudentIn durch Erwerbstätigkeit jedes Monat erwirtschaftet, beträgt 443 €, das ist fast die Hälfte des von der Studie errechneten durchschnittlichen Gesamtbudgets (inkl. Familienzuwendungen, Naturalleistungen, Beihilfen) von 1.040 €.
Die Anleitung: Es lässt sich somit ein Trend zu der zunehmenden Notwendigkeit von beruflicher und finanzieller Selbstständigkeit schon während des Studiums erkennen. Zuallererst muss man sich durch den Förder- und Tarifdschungel kämpfen, um die günstigste Ausgangsposition zu schaffen. Bei Berufstätigkeit müssen gewisse Höchstbezuggrenzen beachtet werden, die es einzuhalten gilt, um von der Beihilfe nichts zu verlieren: 5.814 € bei Beziehern von Studienbeihilfe, 8.725 € bei Bezug von Familienbeihilfe.
Weitere Möglichkeiten zur Information befinden sich im Anhang. Hat man sich hiervon ein Bild gemacht, gilt es die Möglichkeiten weiter auszuloten. Das Internet ist die schnellste und aktuellste Informationsquelle, zahlreiche Jobbörsen ermöglichen eine schnelle Suche. Wer eine frühe Verknüpfung von Beruf und Studium sucht, sei auf Förderprogramme großer Firmen wie Siemens oder IBM verwiesen (genannt seien nur die Programme Topaz von Siemens, bzw. Unitech und IEP für Ingenieurswissenschaften, sowie CEMS für Wirtschaftswissenschaftler).
Diese ermöglichen Praxisbezug und Verdienst zur gleichen Zeit, allerdings werden sehr hohe Anforderungen an die TeilnehmerInnen gestellt. Natürlich ist ein Einstig auf diesem Gebiet vor allem für Studenten der naturwissenschaftlichen, technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtungen ausgerichtet, aber bei genügend Rechercheanstrengung ergeben sich auch zahlreiche Möglichkeiten für Studierende der Geistes- und Kulturwissenschaften.
Allgemein gilt: wer früh selbstständig werden will, braucht erstens das Know – How für die Leistungen, die er/sie vermitteln will, welches in diesem Fall in der Regel aus dem Studium und der Praxis gezogen wird, und zweitens das Wissen um die eigene Vermarktung, die nicht nur über Bewerbungsschreiben erfolgen kann, sondern auch zahlreiche Praktika davor einschließen sollte. Nicht umsonst spricht man von der Generation Praktika. Ein großer Informationspool ist bei dem Unterfangen Selbstständigkeit unerlässlich. Nur wer sich früh genug informiert, kann sozusagen auch einen dementsprechend großen Wurm fangen.
Weiterführende Informationen: Tarifdschungel Studienbeihilfe Amtshelfer Jobbörsen und Vermittlung zwischen Universität und Unternehmen Schnittstelle zwischen Unternehmen und Hochschule Kooperationen zw. Unternehmen und Universitäten Studien- und Förderprogramme www.siemens.com Quellen: Studierenden – Sozialerhebung des Bildungsministeriums 2002: www.oefg.at/text/veranstaltungen/studienzulassung_qualitaet/Beitrag_Teichler.pdf Weitere Artikel zum Thema:
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