Entrepreneurship Education in Österreich und der EU
Die Erziehung zum Unternehmer rückt zunehmends in den Fokus institutioneller Fördermaßnahmen. Sowohl im Bildungssystem als auch auf privater Ebene wird Infrastruktur für Entrepreneurship Education geschaffen.
Obwohl es noch keinen generellen Konsens darüber gibt, was Entrepreneurship Education beinhalten bzw. wo diese Erziehung ansetzen soll, so gibt es doch zahlreiche Förderprogramme auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Typischerweise wird Entrepreneurship dabei als die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten verstanden, die zu einer erfolgreichen Unternehmensgründung befähigen.
Um dies zu erreichen, gilt es drei Ziele zu erreichen: erstens eine breite Wissensbasis über Unternehmertum und Wirtschaft zu schaffen, zweitens zu lernen, wie das eigene Leben strukturiert werden muss, um als Unternehmer agieren zu können („unternehmerisch“ werden), und drittens das „Wie“ des Entrepreneurs zu beherrschen, also erfolgreich ein Unternehmen gründen und führen zu können. Jedes Programm fokussiert auf einen anderen Kernpunkt, deswegen erweisen sich sowohl Beschreibung als auch Evualuierung der einzelnen Programme als schwierig.
Entrepreneurship Education wird auf mehreren Ebenen angeboten. Teilweise wird schon auf der Grundschulebene angesetzt. Das seit 1989 existierende „Primary Enterprise programme“ in England vermittelt Grundschülern vor allem im Alter zwischen 7 und 10 grundlegende unternehmerische Fertigkeiten, und befähigt in einem „train the trainer“ Ansatz gleichzeitig die Lehrer dazu, auch die notwendige Unterstützung zu bieten. Das Programm beinhaltet das Führen von Übungsfirmen als auch die Förderung von persönlichen Qualifikationen, die zum Unternehmertum hinleiten sollen. In Österreich gibt es ebenfalls zahlreiche Projekte, zu nennen wäre beispielsweise das auf der Sekundärstufe angesetzte Projekt der BHAK & BHAS Wien 13, der Modellversuch „Schumpeter Handelsakademie“.
Hierbei wird begabten Schülern Entrepreneurship als ganzheitliches Konzept näher gebracht und Persönlichkeitsbildung vor allem als Förderung der Selbständigkeit interpretiert. Auf der universitären Ebene hat sich Entrepreneurship Education als fixer Faktor etabliert, an der WU Wien wurde 1999 der Lehrstul für Entrepreneurship unter der Leitung von Prof. N. Franke genehmigt, der es sich zum Ziel gesetzt hat, unternehmerisches Denken und Qualifikationen auf universitärer Ebene zu stärken sowie zahlreiche Forschungsprojekte durchführt.
Auch die EU hat sich die Förderung des Unternehmergeistes in Europa zum Ziel gemacht. Im Jahr 2003 wurde das Grünbuch Unternehmergeist in Europa vorgelegt, und im Frühjahr 2004 der Aktionsplan Europäische Agenda für unternehmerische Initiative ins Leben gerufen. Im Rahmen des Leonardo Programms ENTREVA wurden die zahlreichen Initiativen der EU in ihrer Effektivität und Reichtweite bewertet, im Rahmen des „Graz Mobility Awards“ wurden die besten Projekte ausgezeichnet. Mehr zu den angeschnittenen Themen in der Linksammlung.
Quellen und weitere Informationen: Berichte über die Erziehung zum Unternehmertum in 4 europäischen Ländern Eine Studie über die Auswirkungen von Entrepreneurshiptraining auf das Erlernen unternehmerischer Fertigkeiten Graz mobility award projects – Projekte des Leonardo da Vinci Programmes der EU zur Förderung transeuropäischen Entrepreneurships Informationen über den Stellenwert von Entrepreneurship im österreichischen Bildungssystem Ergebnisse des LEONARDO Projekts Entreva zur Förderung von Entrepreneurship Education Homepage des Modellversuchs Schumpeter der BHAK und BHAS Wien 13 Initiative für Teaching Entrepreneurship – Förderung von Entrepreneurship Education in Österreich Informationen über das Primary Enterprise Programme im Vereinigten Königreich Weitere Artikel zum Thema:
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