Gründungsförderung des Arbeitsmarktservice
Seit 1995 bietet das österreichische Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslosen Personen das Unternehmensgründungsprogramm (UGP). Neben einer finanziellen Existenzsicherung in der Gründungsphase umfasst das Programm eine Gründungsberatung und ermöglicht individuelle Qualifizierungsmaßnahmen.
Förderbar sind als arbeitslos vorgemerkte Personen. Sie müssen über eine Unternehmensidee und berufliche Eignung verfügen. Darüber hinaus können BerufseinsteigerInnen bzw. Personen aufgenommen werden, die ihr Dienstverhältnis in absehbarer Zeit verlieren werden oder wegen der beabsichtigten Unternehmensgründung lösen. Bei dem Gründungsvorhaben muss es sich um eine Unternehmensneugründung handeln. Grundsätzlich ausgeschlossen sind arbeitslose Personen, die sich mit der Selbständigkeit die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Interessensvertretung für Freie Berufe erwerben. (z.B. Ärzte)
In den Jahren 1999 bis 2004 hat sich die Zahl der mithilfe des UGP durchgeführten Unternehmensgründungen mehr als verdoppelt. Mit über 4.000 Gründungen erfolgten 2004 rund 15 % aller Gründungen in Österreich mit Unterstützung des AMS. Im gleichen Jahr lag die Gründungsquote der UGP-TeilnehmerInnen bei 77 %.
Das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft zeigt mit der 2006 vorgelegten Evaluierung der Maßnahmen der GründerInnenförderung des AMS, dass fünf Jahre nach einer Unternehmensgründung über das UGP
- noch 73 % der GründerInnen selbständig sind (nahezu identisch mit Nicht-UGP-Gründungen), darunter 6 % zugleich selbständig und unselbständig tätig
- durchschnittlich 1,26 zusätzliche „Vollarbeitsplätze“ geschaffen wurden
- 6 % der GründerInnen wieder als arbeitslos gemeldet sind.
Zum zehnjährigen Bestehen des UPG zeigt sich folgende Bilanz: 79 % der befragten UGP-GründerInnen sind mit der Wirkung des Programms auf ihre aktuelle berufliche Situation sehr oder eher zufrieden. Am geringsten ist die Zufriedenheit mit dem wirtschaftlichen Know-How der BeraterInnen (24 % sehr zufrieden, 50 % eher zufrieden) und dem Eingehen auf die spezifische Lebens- und Arbeitssituation als Frau/Mann (27 % sehr zufrieden, 43 % eher zufrieden). Als wesentliche Hilfe bei der Unternehmensgründung rangieren an erster Stelle 68 % die eigenen Fachkenntnisse, gefolgt von der finanziellen Unterstützung des AMS (57 %), eigener Branchenerfahrung (52 %) und Gründungsberatung im Rahmen des UGP (48 %).
Defizite und Weiterentwicklungsmöglichkeiten des UGP betreffen vor allem die Ausweitung der Unterstützungsdauer, Nachbetreuung, Networking, erhöhten Praxis- und Branchenbezug der Gründungsberatung sowie zielgruppenspezifische Ausrichtung und Ausschöpfung des gesamten GründerInnenpotentials (z. B. zur Hebung des sehr niedrigen AusländerInnenanteils).
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